Granola selber machen – wie aus „Ich esse kein Müsli!“ plötzlich ein zweites Frühstück wurde
Mein Mann gehört eigentlich zu den Menschen, die morgens alles essen würden… außer Müsli. Wirklich alles. Brot, Rührei, Brötchen, Reste vom Abendessen… Ich glaube sogar kalte Pizza hätte morgens bessere Chancen gehabt als ein Müslifrühstück. Wenn ich mir also morgens Joghurt mit Haferflocken gemacht habe, kam meistens nur: „Davon wird man doch nicht satt.“ Oder: „Das sieht ja aus wie Vogelfutter.“
Und dann passierte das mit dem Granola. Ich hatte eigentlich nur vor, mal ein eigenes Granola Rezept auszuprobieren, weil mir gekauftes Granola irgendwann einfach zu süß geworden ist. Außerdem kostet eine kleine Packung im Supermarkt gefühlt mittlerweile so viel wie ein halber Kleinwagen. Also dachte ich: Wie schwer kann Granola selber machen schon sein?
Spoiler: viel zu einfach. Und genau das ist das Problem.
Denn seitdem steht plötzlich MEIN Mann morgens mit am Küchentresen, schaufelt sich Joghurt in die Schüssel und fragt: „Hast du noch was von diesem crunchy Zeug da?“ Dieses crunchy Zeug. Ja. Das Granola, das angeblich Vogelfutter war.
In diesem Beitrag zeige ich dir wie du Granola selber machen kannst, wie Granola richtig knusprig wird, bei wie viel Grad Granola perfekt wird, wie du Granola ohne Zucker machen kannst, wie lange selbstgemachtes Granola haltbar ist, wie man Granola am besten aufbewahrt und warum dein Haus plötzlich riecht wie ein kleines Frühstückscafé.
Was ist Granola überhaupt?
Granola ist im Grunde die bessere Version von Müsli, die Knusprige, die Goldbraune, die, bei der man plötzlich „nur noch einen Löffel“ essen möchte… und zehn Minuten später mit dem Kopf halb im Vorratsglas steht und nicht mehr aufhören kann. Im Gegensatz zu normalem Müsli wird Granola im Ofen gebacken. Dadurch entstehen diese crunchy Stückchen, die leicht karamellig schmecken und einfach SO viel besser sind als labbrige Haferflocken.
Eigentlich wollte ich Granola nur morgens zum Frühstück essen. Mittlerweile landet es auf Joghurt, auf Skyr, auf Obstsalat und auf Smoothie Bowls. Mein Mann isst es akutell übrigens am liebsten mit Vanillejoghurt und Banane. Der Mann, der „kein Müsli“ mag. Ich erwähne das nur nochmal kurz. Und weil wir mittlerweile ständig neues Granola backen, zeige ich dir jetzt endlich, wie einfach die Zubereitung eigentlich ist.
Granola selber machen – das einfache Grundrezept

Das brauchst du:
- 300 g Haferflocken
- 100 g Nüsse nach Wahl
- 50 g Kerne oder Samen
- 3 EL Kokosöl oder neutrales Öl
- 2–3 EL Ahornsirup oder Honig
- 1 TL Zimt
- 1 Prise Salz
Optional:
- Kokoschips
- Schokolade
- Trockenfrüchte
- Vanille
- Zimt
- gefriergetrocknete Erdbeeren
Zubereitung:
Alle trockenen Zutaten kommen zuerst in eine große Schüssel. Danach Öl und Ahornsirup dazugeben und alles gut vermischen. Gib dir dabei bitte viel Mühe, je besser verrührt, desto besser dein Granola. Die Haferflocken sollten leicht glänzen. Anschließend die Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben.
Und hier kommt ein wichtiger Trick: Nicht alles zu dick aufhäufen! Das Granola braucht Platz zum Backen, sonst wird es eher weich statt knusprig.

Granola wird langsam gebacken, langsam und entspannt. Und genau dadurch wird es perfekt crunchy. Zwischendurch solltest du es einmal vorsichtig wenden. Vor allem die Ränder werden sonst schnell dunkel.
Die perfekte Temperatur liegt bei: 160 bis 180 Grad Ober-/Unterhitze. Ich mache es meistens bei 170 Grad. Damit wird das Granola schön goldbraun und bekommt diesen typischen Crunch. Meistens braucht Granola etwa 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wie dunkel und knusprig du es magst.
Und falls du dich fragst: „Ist das jetzt schon fertig?“ Dann riech einfach. Sobald deine Küche wie ein kleines Café riecht, bist du ziemlich nah dran. Das Verrückte ist Granola wirkt direkt nach dem Backen oft noch weich. Viele denken dann: „Mist. Nicht knusprig geworden.“ Doch.. das wird es noch! Denn der eigentliche Crunch entsteht erst später.
Dein fertiges Granola muss jetzt mindestens 20 bis 30 Minuten, am besten komplett auf dem Blech, abkühlen. Nicht vorher in ein Glas füllen und nicht ungeduldig werden. Okay… probieren darfst du schon, aber erst richtig auskühlen lassen.
Granola ohne Zucker – klappt das wirklich?

Ja und zwar besser als man denkt.
Du kannst statt Zucker oder Sirup verwenden:
- Banane
- Apfelmus
- Datteln
- Kokosmus
Das Granola wird dadurch etwas weniger karamellig, schmeckt aber oft sogar natürlicher. Besonders mit Banane wird es richtig lecker.
Wie wird Granola aufbewahrt?
Am besten luftdicht. Zum Beispiel in Schraubgläsern, Vorratsdosen oder Bügelgläsern. Und bitte erst komplett auskühlen lassen. Sonst passiert das, was niemand möchte: Das Granola verliert seinen Crunch. Und labbriges Granola ist ungefähr so traurig wie aufgeweichte Pommes.
Wie lange ist Granola haltbar?
Wenn du es trocken lagerst, hält es sich etwa 2 bis 4 Wochen. Wobei ehrlich gesagt, so lange hat es bei uns noch nie überlebt.
Unsere liebsten Granola Varianten

Was ich an selbstgemachtem Granola so liebe: Man kann es jedes Mal komplett neu erfinden, mal schokoladig, mal fruchtig, mal richtig nussig und crunchy.
Und genau deshalb wird Granola bei uns mittlerweile ständig anders gemacht. Man öffnet morgens das Glas und hat plötzlich das Gefühl, ein komplett neues Frühstück vor sich zu haben. Besonders lecker wird Granola übrigens, wenn verschiedene Nüsse miteinander kombiniert werden. Mandeln sorgen für einen eher milden Crunch. Walnüsse schmecken etwas herber. Pekannüsse machen das Ganze leicht süßlich und irgendwie besonders gemütlich – mein Favorit!
Dazu kommen dann noch:
- Kürbiskerne
- Sonnenblumenkerne
- Zimt
- kleine Schokostückchen
- Kokoschips
- getrocknete Früchte
- oder gefriergetrocknete Erdbeeren
Vor allem das Nuss-Granola ist bei uns mittlerweile ein absoluter Favorit geworden.
Besonders crunchy, besonders sättigend und ehrlich gesagt genau das Richtige für Tage, an denen man morgens schon weiß: Heute brauche ich definitiv mehr als nur einen Kaffee.
Rezept: Schoko-Granola

Dieses Granola schmeckt ein kleines bisschen wie Frühstück… und ein kleines bisschen wie ein heimliches Dessert am Morgen. Vor allem die Kombination aus knusprigen Haferflocken, Kakao und dunkler Schokolade ist wirklich gefährlich lecker.
Das brauchst du:
- 250 g Haferflocken
- 80 g Mandeln oder Haselnüsse
- 2 EL Backkakao
- 3 EL Kokosöl oder neutrales Öl
- 3 EL Ahornsirup oder Honig
- 1 Prise Salz
- 1 TL Zimt
- 50 g dunkle Schokolade
Optional:
- Schokodrops
- Kokoschips
- Kakaonibs
- etwas Vanille
So funktioniert’s:
Zuerst die Haferflocken, Nüsse, Kakao, Salz und Zimt in einer großen Schüssel vermengen. Danach Öl und Ahornsirup dazugeben und alles gut verrühren. Die Mischung anschließend auf ein Backblech mit Backpapier geben und schön verteilen.
Dann kommt das Granola bei 170 Grad Ober-/Unterhitze, für etwa 20 bis 25 Minuten in den Ofen.
Zwischendurch einmal vorsichtig wenden. Ganz wichtig: Die Schokolade erst nach dem Abkühlen unterrühren. Sonst schmilzt sie komplett weg.
Und genau dann passiert meistens Folgendes: Man probiert „nur mal kurz“ und plötzlich fehlt schon eine halbe Schüssel.
Rezept: Apfel-Zimt-Granola

Dieses Granola riecht wirklich so, als würden gleichzeitig Apfelkuchen, Weihnachten und ein gemütlicher Sonntagmorgen durch die Küche laufen. Vor allem beim Backen wird es richtig gefährlich. Denn spätestens wenn der Duft von warmem Zimt und gebackenen Äpfeln aus dem Ofen kommt, möchte man eigentlich direkt mit einem Löffel vor dem Backblech sitzen.
Das brauchst du:
- 250 g Haferflocken
- 80 g Mandeln oder Walnüsse
- 1 kleiner Apfel
- 2 TL Zimt
- 1 Prise Salz
- 3 EL Ahornsirup oder Honig
- 3 EL Kokosöl oder neutrales Öl
- etwas Vanille
Optional:
- getrocknete Apfelstücke
- Rosinen
- Pekannüsse
- etwas Muskat
So funktioniert’s:
Den Apfel zuerst klein würfeln. Danach Haferflocken, Nüsse, Zimt und Salz in einer großen Schüssel vermengen. Anschließend Öl und Ahornsirup dazugeben und alles gut verrühren. Zum Schluss die kleinen Apfelstücke unterheben. Die Mischung dann auf ein Backblech mit Backpapier verteilen. Ganz wichtig: Nicht zu dick aufschichten. Das Granola wird sonst eher weich statt crunchy.
Ab in den Ofen:
Das Apfel-Zimt-Granola wird bei 170 Grad Ober-/Unterhitze für etwa 25 bis 30 Minuten goldbraun gebacken. Zwischendurch einmal vorsichtig wenden.
Die ganze Küche riecht plötzlich wie warmer Apfelkuchen. Mein Mann kam beim ersten Mal tatsächlich in die Küche und fragte: „Was backst du da?“ Die Enttäuschung war groß, als ich sagte: „Frühstück.“
Extra-Tipp
Richtig lecker wird das Granola mit Vanillejoghurt, warmen Apfelstücken oder etwas Ahornsirup oben drauf. Vor allem an kalten Tagen schmeckt das fast schon wie Dessert zum Frühstück.
Rezept: Kokos-Mandel-Granola

Dieses Granola schmeckt ein bisschen wie Urlaub. Ein bisschen wie Café-Frühstück. Und ein kleines bisschen so, als hätte man morgens plötzlich sein Leben im Griff. Vor allem zusammen mit Joghurt und frischen Erdbeeren ist das Kokos-Mandel-Granola einfach SO gut. Leicht süßlich, super crunchy und durch die gerösteten Mandeln und Kokoschips unglaublich lecker.
Das brauchst du:
- 250 g Haferflocken
- 80 g Mandeln
- 40 g Kokoschips
- 2 EL Kokosraspeln
- 3 EL Kokosöl
- 3 EL Ahornsirup oder Honig
- 1 TL Vanille
- 1 Prise Salz
Optional:
- weiße Schokolade
- Chiasamen
- gefriergetrocknete Erdbeeren
- Cashewkerne
So funktioniert’s:
Zuerst Haferflocken, Mandeln, Kokoschips und Kokosraspeln in einer großen Schüssel vermengen. Danach Kokosöl, Ahornsirup, Vanille und Salz dazugeben und alles gut verrühren. Die Mischung anschließend auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Dabei alles schön flach verteilen, damit das Granola gleichmäßig knusprig wird.
Ab in den Ofen
Das Kokos-Mandel-Granola wird bei 170 Grad Ober-/Unterhitze für etwa 20 bis 25 Minuten goldbraun gebacken. Zwischendurch einmal vorsichtig wenden. Und spätestens jetzt riecht die Küche plötzlich wie ein kleines Frühstückscafé irgendwo im Urlaub.
Wichtig
Die Kokoschips werden relativ schnell dunkel. Deshalb lieber zwischendurch einmal nachschauen und das Granola nicht zu lange backen. Nach dem Backen unbedingt komplett auskühlen lassen. Erst dann wird es richtig crunchy.
Besonders lecker mit cremigem Joghurt, frischen Erdbeeren, Bananen, Mango oder einem Klecks Kokosjoghurt. Davon könnte ich jeden Morgen frühstücken.
Rezept: Nuss-Granola

Dieses Granola ist für alle, die morgens nicht nach drei Löffeln wieder Hunger haben möchten. Richtig crunchy, richtig nussig. Und genau diese Mischung aus gerösteten Nüssen und goldbraunen Haferflocken macht das Ganze SO unglaublich lecker. Vor allem beim Backen riecht die Küche plötzlich wie eine Mischung aus frisch gerösteten Nüssen, Café und gemütlichem Sonntagmorgen. Und ja… man probiert ständig heimlich vom Backblech.
Das brauchst du:
- 250 g Haferflocken
- 150 g gemischte Nüsse
(zum Beispiel Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Pekannüsse) - 2 EL Kürbiskerne
- 2 EL Sonnenblumenkerne
- 3 EL Ahornsirup oder Honig
- 3 EL Kokosöl oder neutrales Öl
- 1 TL Zimt
- 1 Prise Salz
Optional:
- Cashewkerne
- Leinsamen
- Sesam
- etwas Vanille
- kleine Schokostückchen
So funktioniert’s:
Die Nüsse grob hacken. Danach Haferflocken, Nüsse, Kerne, Zimt und Salz in einer großen Schüssel vermengen. Anschließend Öl und Ahornsirup dazugeben und alles gut verrühren. Die Mischung danach auf ein Backblech mit Backpapier verteilen. Wichtig: Nicht zu dick aufschichten. Das Granola braucht Platz, damit es richtig knusprig werden kann.
Ab in den Ofen
Das Nuss-Granola wird bei 170 Grad Ober-/Unterhitze für etwa 25 bis 30 Minuten goldbraun gebacken. Zwischendurch einmal vorsichtig wenden. Und spätestens jetzt wird es schwierig, ständig am Ofen vorbeizulaufen, ohne mal kurz zu probieren.
Der wichtigste Trick
Das Granola nach dem Backen komplett auskühlen lassen. Wirklich komplett. Denn erst beim Abkühlen entsteht dieser richtige Crunch. Direkt aus dem Ofen wirkt es oft noch weich.
Besonders lecker mit …
- Naturjoghurt
- Banane
- Honig
- frischen Beeren
- oder einfach pur als Snack
Mein Mann behauptet übrigens mittlerweile, das Nuss-Granola sei „eigentlich gar kein Müsli mehr“. Ich glaube, das war sein größtes Frühstücks-Kompliment überhaupt.
Kleine Fragen aus der Granola Küche
Warum wird mein Granola nicht knusprig?
Oft war das Granola noch nicht vollständig ausgekühlt oder lag zu dick auf dem Blech.
Kann man Granola einfrieren?
Ja, absolut.
Kann man Granola ohne Öl machen?
Ja, allerdings wird es etwas weniger crunchy.
Welche Haferflocken sind am besten?
Kernige Haferflocken sorgen meistens für extra Crunch.
Granola Fazit
Ich hätte wirklich nie gedacht, dass ausgerechnet Granola mal so ein Thema bei uns wird. Vor allem nicht, nachdem mein Mann jahrelang behauptet hat, dass Müsli kein echtes Frühstück sei. Und jetzt? Jetzt sitzen wir am Wochenende zusammen mit den Kindern und unseren Schüsseln in der Küche, mit Joghurt, mit Obst, mit crunchy Granola.



