Butter selber machen

Butter selber machen – und warum gekaufte Butter danach plötzlich anders schmeckt

Es gibt wirklich Dinge, die probiert man einmal selbst aus … und danach fragt man sich, warum man sie eigentlich jahrelang fertig gekauft hat. Bei mir war das tatsächlich Butter. Ich hätte früher niemals gedacht, dass man bei Butter überhaupt so große Unterschiede schmecken kann. Butter war für mich einfach Butter. Man kauft sie im Supermarkt, stellt sie in den Kühlschrank und denkt nicht weiter darüber nach. Bis ich irgendwann das erste Mal selbst Butter gemacht habe. Seitdem schmeckt gekaufte Butter irgendwie nicht mehr wie vorher.

Selbstgemachte Butter schmeckt frischer, cremiger und viel intensiver. Sie hat etwas leicht Süßliches, was man bei normaler Butter oft gar nicht mehr wahrnimmt. Vor allem auf frischem Brot ist das wirklich ein Unterschied, den man sofort merkt. Und genau deshalb passiert wahrscheinlich immer dasselbe: Wenn man einmal selbstgemachte Butter gegessen hat, will man eigentlich keine mehr kaufen. Das Verrückte daran ist ja eigentlich, wie einfach das Ganze ist. Denn du brauchst dafür nicht zehn Zutaten oder irgendein besonderes Küchengerät. Im Grunde brauchst du einfach nur Sahne.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Butter ganz einfach selber machen kannst. Du brauchst dafür weder besondere Geräte noch komplizierte Zutaten. Außerdem schauen wir uns gemeinsam an warum selbstgemachte Butter so viel besser schmeckt, welche Sahne sich am besten eignet, wie du Butter mit Kindern machen kannst – ganz einfach mit einem sauberen Gurkenglas und wie du deine Butter später verfeinern kannst – zum Beispiel mit Kräutern oder Trüffel.

Und glaub mir: Das Ganze macht viel mehr Spaß, als man vorher denkt.

Rezept: Butter im Glas schütteln – die einfachste Variante überhaupt und kinderleicht

Falls du keinen Mixer benutzen möchtest oder Butter gemeinsam mit Kindern machen willst, probiere unbedingt einmal die Glas-Methode aus. Ich nehme dafür meistens ein sauberes Gurkenglas. Wichtig ist, dass das Glas nicht komplett voll ist. Die Sahne braucht Platz zum Schütteln.

Das brauchst du:

  • 200 ml Schlagsahne oder Süßrahmsahne
  • ein großes Schraubglas mit Deckel
  • optional etwas Salz, ich mache meine Butter immer ohne Salz

So funktioniert’s:

Die Sahne wird einfach in das Schraubglas gefüllt. Danach den Deckel gut verschließen. Und dann heißt es: schütteln. Am Anfang passiert erstmal scheinbar gar nichts. Die Sahne wird nur dicker und verwandelt sich langsam in Schlagsahne. Aber genau hier weitermachen. Nach einigen Minuten, fünf Minuten um es mit der Zeit mal genauer zu sagen, merkt man plötzlich, dass die Masse schwerer wird und irgendwann hört man sogar ein leichtes „Klatschen“ im Glas. Und genau dann passiert der magische Moment: Die Butter trennt sich von der Buttermilch.

Wenn du das Glas öffnest, siehst du kleine Butterstücke und eine milchige Flüssigkeit. Die Flüssigkeit kannst du anschließend abgießen. Danach wird die Butter mit kaltem Wasser vorsichtig durchgeknetet, damit die restliche Buttermilch entfernt wird. Zum Schluss kannst du die Butter pur lassen oder direkt etwas Salz, Kräuter oder andere Zutaten unterrühren.

Fertig ist deine selbstgemachte Butter!

Butter fertig und selbstgemacht
selbstgemachte butter auf dem Brot

Selbstgemachte Butter verfeinern

Was ich an selbstgemachter Butter besonders liebe: Man kann sie komplett verändern. Eine frische Kräuterbutter mit Schnittlauch und Petersilie schmeckt zum Beispiel komplett anders als eine cremige Butter mit Honig und etwas Zimt. Und dann gibt es noch diese richtig besonderen Varianten, die man sonst eher aus Restaurants kennt.

Zum Beispiel Trüffelbutter. Oh mein Gott! Wenn man einmal warme Pasta oder frisches Brot mit selbstgemachter Trüffelbutter gegessen hat, fühlt sich das plötzlich unglaublich besonders an. Dabei braucht man oft nur etwas Trüffelöl oder ein wenig frischen Trüffel. Die Butter bekommt dadurch sofort diesen intensiven, leicht luxuriösen Geschmack.

Trüffelbutter

Für diese Trüffelbutter brauchst du:

  • 250 g weiche Butter
  • 1–2 TL Trüffelöl
  • optional: etwas frischer schwarzer Trüffel oder Trüffelpaste
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • etwas Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

So einfach geht’s:

Die weiche Butter in eine Schüssel geben. Den Knoblauch ganz fein hacken oder pressen und dazugeben. Jetzt das Trüffelöl unterrühren. Lieber erstmal vorsichtig anfangen, weil Trüffelgeschmack schnell intensiv wird. Danach mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken. Wenn du frischen Trüffel oder Trüffelpaste verwendest, jetzt ebenfalls unterheben. Dann die Butter entweder direkt servieren oder in Frischhaltefolie zu einer Rolle formen und kaltstellen.

Und genau solche kleinen Varianten machen plötzlich richtig Spaß. Schau auch gerne mal in diesem Beitrag rein für weitere leckere Varianten.

Ein kleiner Tipp: Butter selber machen mit Kindern macht überraschend viel Spaß

Was ich außerdem total unterschätzt habe, wie schön das Ganze eigentlich mit Kindern ist. Denn Butter selber machen ist eines dieser Dinge, bei denen man sofort ein Ergebnis sieht. Kinder finden das meistens unglaublich spannend, weil sich die Sahne Schritt für Schritt verändert. Besonders lustig ist die Reaktion in dem Moment, wenn aus flüssiger Sahne plötzlich echte Butter wird. Dieses kleine „Waaas? Das ist jetzt Butter?“ kommt eigentlich fast immer. Und genau deshalb eignet sich das auch perfekt für einen gemütlichen Nachmittag zuhause.

Warum selbstgemachte Butter so viel besser schmeckt

Ich glaube, der größte Unterschied ist diese Frische. Selbstgemachte Butter schmeckt viel weicher und echter. Man schmeckt die Sahne deutlich stärker heraus und sie wirkt irgendwie natürlicher. Vor allem direkt nach der Zubereitung ist sie unglaublich cremig. Auf warmem Brot schmilzt sie fast sofort und genau dieser Geschmack ist der Moment, bei dem man versteht, warum so viele Menschen plötzlich anfangen, Butter selbst zu machen. Es klingt wirklich übertrieben, bis man es einmal probiert hat. Danach versteht man es sofort.

Der wichtigste Schritt beim Butter selber machen

Etwas, das viele am Anfang vergessen, ist das Waschen der Butter. Nachdem sich die Butter von der Flüssigkeit getrennt hat, sollte sie mit kaltem Wasser vorsichtig geknetet, zusammengepresst werden werden. Dadurch werden die Reste der Buttermilch entfernt. Das klingt erstmal nebensächlich, macht aber einen großen Unterschied. Denn dadurch hält sich die Butter später deutlich besser im Kühlschrank. Außerdem bekommt sie dadurch eine schönere Konsistenz.

Wie lange hält sich selbstgemachte Butter?

Im Kühlschrank hält sich selbstgemachte Butter meistens ungefähr fünf bis sieben Tage. Wichtig ist dabei vor allem, dass möglichst wenig Buttermilch in der Butter bleibt. Genau deshalb ist das Waschen so wichtig. Ich mache oft direkt etwas mehr und friere einen Teil ein. Das funktioniert erstaunlich gut und man hat später immer schnell frische Butter oder Kräuterbutter griffbereit. Gerade im Sommer zum Grillen ist das wirklich praktisch.

Butter selber machen verändert irgendwie den Blick auf Lebensmittel

Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber seit ich Butter selbst mache, schaue ich viele Lebensmittel anders an. Man merkt plötzlich wieder, wie simpel manche Dinge eigentlich sein können. Keine riesige Zutatenliste, keine komplizierten Zusatzstoffe. keine aufwendige Herstellung zuhause. Nur Sahne, etwas Geduld und am Ende richtig gute Butter.

Mein Fazit zum Butter selber machen:

Ich hätte früher niemals gedacht, dass mich ausgerechnet Butter so begeistern könnte. Aber mittlerweile gehört das tatsächlich zu diesen kleinen Dingen, die einfach glücklich machen. Frisches Brot. Selbstgemachte Butter. Vielleicht noch etwas Salz oder Kräuter dazu. Mehr braucht es manchmal wirklich nicht.