Zitronenreiniger selber machen

Zitronenreiniger selber machen: Mein kleines Reinigungswunder für Küche, Bad und Haushalt

Zitronenreiniger selber machen klingt zunächst nach einem dieser Haushaltstipps, bei denen man sich fragt: „Funktioniert das wirklich – oder riecht danach einfach nur alles nach Zitronenkuchen?“ Genau das habe ich mich auch gefragt. Schließlich stehen im Drogeriemarkt ganze Regale voller Spezialreiniger: einer fürs Bad, einer gegen Kalk, einer gegen Fett, einer für die Küche und vermutlich gibt es irgendwo auch noch einen Reiniger ausschließlich für die linke hintere Ecke der Spüle.

Dabei haben wir ein ziemlich starkes Reinigungsmittel oft längst zu Hause: die Zitrone. Und die kann deutlich mehr, als im Sommer dekorativ in meinem Wasserglas zu schwimmen.

Zitronen enthalten natürliche Säuren, die besonders bei Kalkablagerungen, Fett, unangenehmen Gerüchen und leichten Verschmutzungen hilfreich sein können. Dazu kommt dieser typische frische Zitronenduft, bei dem ein Raum gefühlt schon sauberer wirkt, bevor man überhaupt mit dem Putzen angefangen hat. Das Beste daran: Einen einfachen Zitronenreiniger kann man mit wenigen Zutaten selbst herstellen. Kein kompliziertes Rezept, keine zehn exotischen Zutaten und kein halbes Chemielabor in der Küche.

In diesem Beitrag zeige ich dir deshalb nicht nur, wie du einen Zitronenreiniger selber machen kannst, sondern auch meine liebsten Putz-Hacks mit Zitrone, wo das Hausmittel wirklich sinnvoll ist – und wo du die Zitrone besser in der Obstschale liegen lässt. Und weil Zitrone nicht das einzige kleine Reinigungswunder im Küchenschrank ist, schauen wir uns außerdem Natron, Essig, Salz und Spülmittel etwas genauer an.

Warum ausgerechnet Zitrone zum Putzen?

Zitronen sehen zwar harmlos aus, haben es aber durchaus in sich. Der entscheidende Punkt ist ihre Säure. Sie kann dabei helfen, mineralische Ablagerungen wie Kalk zu lösen und bestimmte Verschmutzungen leichter zu entfernen.

Das macht Zitrone vor allem interessant für Bereiche wie:

  • Wasserhähne und Armaturen
  • Spüle
  • Duschkabine
  • Wasserkocher
  • Kühlschrank
  • Schneidebretter
  • Mikrowelle
  • manche Edelstahlflächen

Und natürlich spielt auch der Geruch eine Rolle. Wenn ich die Wahl zwischen „frisch nach Zitrone“ und „hier wurde gerade mit einem Reiniger gearbeitet, der vermutlich auch Lack von einem Auto entfernen könnte“ habe, gewinnt bei mir eindeutig die Zitrone. Trotzdem gilt: Natürlich bedeutet nicht automatisch für jede Oberfläche geeignet.

Dazu kommen wir später noch.

Zitronenreiniger selber machen – meine einfache Variante

Für den Alltag braucht es meiner Meinung nach keine komplizierte Mischung.

Du brauchst:

  • 250 ml Wasser
  • 250 ml weißen Haushaltsessig
  • Schalen von 1–2 unbehandelten Zitronen
  • ein sauberes Schraubglas
  • eine Sprühflasche
Herstellung Zitronenreiniger
  1. Die Zitronenschalen gibst du zunächst in ein Schraubglas und übergießt sie mit dem Essig.
  2. Das Glas verschließen und etwa ein bis zwei Wochen ziehen lassen.
  3. Der Essig nimmt dabei den Duft und einige Bestandteile aus den Zitronenschalen auf.
  4. Anschließend die Flüssigkeit durch ein feines Sieb gießen und die Zitronenschalen entfernen.
  5. Jetzt kannst du den Zitronenessig ungefähr 1:1 mit Wasser verdünnen und in eine Sprühflasche füllen.

Fertig. Das ist tatsächlich schon alles. Keine Zaubersprüche, kein Hexenkessel und du musst auch nicht bei Vollmond drei Mal um die Küche laufen.

Die schnelle Variante, wenn ich nicht zwei Wochen warten möchte

Natürlich kenne ich mich. Wenn ich mir vorgenommen habe, heute das Bad zu putzen, bringt mir ein Reiniger, der in zwei Wochen fertig ist, relativ wenig. Deshalb gibt es noch eine schnellere Variante.

Dafür kannst du mischen:

  • 400 ml warmes Wasser
  • 2–3 EL Zitronensaft
  • einen kleinen Spritzer Spülmittel

Alles vorsichtig in eine Sprühflasche geben und leicht vermischen.

Diese Variante würde ich allerdings nicht wochenlang aufbewahren, sondern lieber frisch ansetzen und zeitnah verbrauchen. Für eine schnelle Putzrunde reicht eine kleine Menge ohnehin meistens vollkommen aus. Und genau das finde ich beim Putzmittel selber machen praktisch: Ich kann mir nur so viel herstellen, wie ich gerade benötige.

Die Kraft der Zitrone: Was kann sie wirklich?

Zitrone wird im Internet manchmal beinahe so dargestellt, als könne sie nebenbei noch den Keller renovieren und die Steuererklärung erledigen. Ganz so weit würde ich nicht gehen. Aber für einige Aufgaben ist sie tatsächlich erstaunlich praktisch.

1. Zitrone gegen Kalk

Das ist wahrscheinlich ihre größte Stärke. Kalk entsteht überall dort, wo Wasser regelmäßig verdunstet und mineralische Rückstände zurückbleiben.

Besonders sichtbar wird das an:

  • Wasserhähnen
  • Duschköpfen
  • Spülen
  • Duschwänden
  • Wasserkochern

Hier können säurehaltige Hausmittel helfen.

Mein einfacher Putz-Hack für den Wasserhahn

Eine Zitronenhälfte leicht ausdrücken und damit vorsichtig über verkalkte Stellen reiben. Kurz wirken lassen und anschließend gründlich mit Wasser abspülen. Danach trocken nachwischen. Gerade bei kleinen Kalkflecken funktioniert das oft erstaunlich gut. Und ich gebe zu: Es hat etwas Befriedigendes, mit einer halben Zitrone durch das Bad zu laufen und sich dabei ein bisschen wie eine professionelle Haushaltsfee zu fühlen.

2. Fettige Küchenflächen reinigen

Die Küche ist wahrscheinlich der Ort, an dem Reiniger bei mir am meisten leisten müssen. Einmal Nudeln gekocht und plötzlich findet man Fettflecken gefühlt auch drei Meter entfernt auf einer Fläche, von der man nicht einmal wusste, dass sie zur Küche gehört.

Hier gefällt mir die Kombination aus: Zitrone + etwas Spülmittel.

Spülmittel ist besonders für Fett gemacht, während die Zitrone Frische mitbringt und bei bestimmten Ablagerungen helfen kann. Für Arbeitsflächen kannst du zum Beispiel etwas warmes Wasser mit einem kleinen Spritzer Spülmittel und etwas Zitronensaft verwenden. Aber auch hier gilt: Vorher prüfen, aus welchem Material deine Arbeitsplatte besteht. Bei säureempfindlichem Naturstein ist Zitrone keine gute Idee.

3. Die Mikrowelle mit Zitrone reinigen

Das gehört für mich zu den besten Putz-Hacks mit Zitrone, weil dabei die eigentliche Arbeit größtenteils von Wasserdampf erledigt wird. Und alles, was sich quasi selbst putzt, bekommt von mir grundsätzlich Bonuspunkte.

Du brauchst:

  • eine mikrowellengeeignete Schale
  • Wasser
  • einige Zitronenscheiben
  1. Die Schale ungefähr zur Hälfte mit Wasser füllen und Zitronenscheiben dazugeben.
  2. Dann einige Minuten in der Mikrowelle erhitzen, bis ordentlich Wasserdampf entstanden ist.
  3. Danach die Tür noch kurz geschlossen lassen. Der warme Dampf hilft dabei, angetrocknete Essensreste aufzuweichen.
  4. Anschließend kannst du die Innenflächen mit einem Tuch auswischen.

Das ist deutlich angenehmer, als zehn Minuten an einem eingetrockneten Tomatensoßen-Spritzer herum zu kratzen. Woher diese Spritzer überhaupt kommen, obwohl man einen Deckel benutzt hat, bleibt eines der großen ungelösten Rätsel des Haushalts.

4. Schneidebrett mit Zitrone auffrischen

Gerade Schneidebretter können nach Zwiebeln, Knoblauch oder anderen Lebensmitteln irgendwann einen ziemlich hartnäckigen Geruch entwickeln. Hier kommt einer meiner liebsten klassischen Putz-Hacks ins Spiel.

Du brauchst:

  • eine halbe Zitrone
  • etwas Salz
  1. Etwas Salz auf ein geeignetes Brett geben und mit der Schnittfläche der Zitrone darüberreiben.
  2. Anschließend gründlich mit Wasser reinigen und gut trocknen lassen.

Wichtig: Auch bei Brettern hängt die richtige Pflege vom Material ab. Hochwertige Holzbretter sollten beispielsweise nicht unnötig lange nass bleiben.

5. Gerüche im Kühlschrank reduzieren

Manchmal öffnet man den Kühlschrank und weiß sofort: Irgendetwas lebt hier länger, als ursprünglich geplant war. Nachdem die Ursache gefunden und entsorgt wurde – dieser Schritt ist entscheidend, denn eine Zitrone kann leider keinen vergessenen Frischkäse retten – kann man den Kühlschrank auswischen. Eine milde Mischung aus warmem Wasser und etwas Zitrone kann dabei einen angenehmen frischen Geruch hinterlassen. Danach alle Flächen noch einmal sauber nachwischen und trocknen.

Zitronenschalen nicht wegwerfen

Einer der Gründe, warum ich Zitronenreiniger selber machen so praktisch finde, ist die Resteverwertung.

Denn häufig brauchen wir zum Kochen oder Backen nur:

  • den Saft,
  • etwas Abrieb
  • oder ein paar Zitronenscheiben.

Die Schalen landen anschließend im Müll. Dabei kannst du gerade daraus wunderbar einen Haushaltsreiniger ansetzen. Bevor du also das nächste Mal eine ausgepresste Bio-Zitrone entsorgst, kannst du die Schale in einem Glas sammeln und daraus deinen nächsten Reiniger herstellen. Damit wird aus einem Küchenrest tatsächlich noch etwas Nützliches.

Noch mehr aus deinen Zitronen herausholen

Wenn ich schon Zitronen im Haus habe, versuche ich tatsächlich, möglichst viel davon zu nutzen. Die Schale wandert in meinen selbst gemachten Reiniger – und übrig gebliebene Zitronenscheiben friere ich einfach ein. Das ist besonders praktisch für Wasser, Eistee oder sommerliche Getränke: Statt Eiswürfeln kommen einfach ein paar gefrorene Zitronenscheiben ins Glas. Sie kühlen und geben gleichzeitig Geschmack ab. Wie das funktioniert und worauf du beim Einfrieren achten solltest, zeige ich dir in meinem Beitrag „Warum ich Zitronenscheiben immer einfriere“.

So wird aus einer einzigen Zitrone erst ein Getränk, dann ein kleiner Vorrat im Gefrierschrank und am Ende vielleicht sogar noch ein Putzmittel. Wenn das keine effiziente Zitrone ist, weiß ich auch nicht.

Putzmittel selber machen: Diese Reinigungswunder habe ich fast immer zu Hause

Putzhacks

Die Zitrone ist definitiv ein Favorit. Aber sie bekommt Konkurrenz. Wenn du gerne Putzmittel selber machen möchtest, brauchst du meiner Meinung nach kein Regal voller Zutaten. Einige wenige Hausmittel decken schon erstaunlich viele Situationen ab.

Natron

Natron ist eines dieser Produkte, die unscheinbar in einer Packung stehen und gefühlt 87 verschiedene Aufgaben übernehmen können.

Beim Reinigen kann Natron beispielsweise bei:

  • Gerüchen
  • leicht eingebrannten Verschmutzungen
  • Fett
  • Schmutzablagerungen

hilfreich sein.

Mit etwas Wasser kannst du daraus eine Paste herstellen.

Zum Beispiel: 2 EL Natron + gerade so viel Wasser, dass eine dicke Paste entsteht. Diese lässt sich auf geeigneten Flächen verteilen. Kurz einwirken lassen und anschließend gründlich entfernen.

Natron und Zitrone zusammen – sinnvoll?

Hier sieht man häufig den berühmten Internet-Putz-Hack: Natron auf die Fläche. Zitrone darüber. Es zischt und schäumt dramatisch und sobald etwas schäumt, denken wir automatisch: Das muss unglaublich gut putzen.

Der Schaum sieht spektakulär aus, entsteht aber durch eine chemische Reaktion zwischen Säure und Natron. Dabei neutralisieren sich beide Stoffe teilweise gegenseitig. Deshalb ist „möglichst viel Schaum“ nicht automatisch gleichbedeutend mit „möglichst starke Reinigung“.

Ich verwende die beiden lieber gezielt: Natron dort, wo seine leicht scheuernde beziehungsweise geruchsbindende Wirkung sinnvoll ist. Zitronensäure dort, wo ich Kalk lösen möchte. Manchmal ist weniger Küchenchemie tatsächlich mehr.

Essig – der zweite Klassiker

Wenn wir über Putzmittel selber machen sprechen, kommen wir an Essig kaum vorbei. Essig kann ähnlich wie Zitrone bei Kalk hilfreich sein. Ich verwende ihn vor allem gerne für einfache Haushaltsreiniger, weil er günstig ist und sich gut mit Zitronenschalen kombinieren lässt.

Der Nachteil? Der Geruch. Essig riecht ungefähr so, als hätte man gerade einen Salat für zwölf Personen mitten im Badezimmer angerichtet. Zum Glück verfliegt der Geruch relativ schnell. Und genau deshalb mag ich die Kombination mit Zitronenschalen besonders gerne.

Spülmittel – völlig unterschätzt

Manchmal suchen wir nach dem geheimsten aller Putz-Hacks, obwohl das perfekte Mittel schon neben der Spüle steht. Spülmittel ist für Fett gemacht. Deshalb verwende ich es viel lieber gezielt, statt überall aggressive Spezialreiniger einzusetzen. Ein paar Tropfen Spülmittel in warmem Wasser reichen für viele alltägliche Verschmutzungen völlig aus.

In Kombination mit einer Reinigung durch Schwamm oder Tuch bekommt man erstaunlich viel sauber. Das klingt natürlich deutlich weniger aufregend als: „Dieser geheime Trick verändert dein Leben!“ Aber manchmal ist die langweiligste Lösung einfach die beste.

Salz als kleines Reinigungswunder

Salz kann ebenfalls beim Putzen hilfreich sein. Nicht unbedingt als universeller Reiniger, aber als sanftes mechanisches Hilfsmittel auf geeigneten Oberflächen. Zum Beispiel zusammen mit einer Zitronenhälfte auf einem robusten Schneidebrett. Die Salzkristalle helfen dabei, Verschmutzungen mechanisch zu lösen.

Allerdings sollte man mit solchen Methoden auf empfindlichen oder hochglänzenden Flächen vorsichtig sein. Was auf einem robusten Brett funktioniert, muss auf einer empfindlichen Oberfläche noch lange keine gute Idee sein.

Meine liebsten Putz-Hacks mit Zitrone auf einen Blick

Wenn du gerade eine Zitrone herumliegen hast, kannst du sie unter anderem für folgende Aufgaben ausprobieren:

Mikrowelle reinigen:
Zitronenscheiben mit Wasser erhitzen und anschließend auswischen.

Kleine Kalkflecken:
Mit Zitronensaft behandeln, kurz wirken lassen, gründlich abspülen.

Schneidebretter auffrischen:
Zitrone und etwas Salz verwenden.

Kühlschrank auswischen:
Mit einer milden Zitronen-Wasser-Mischung reinigen.

Zitronenschalen verwerten:
In Essig einlegen und daraus einen einfachen Haushaltsreiniger herstellen.

Fettige Flächen:
Warmes Wasser, etwas Spülmittel und – bei geeigneten Materialien – etwas Zitrone verwenden.

Damit lässt sich mit einer einzigen Frucht erstaunlich viel anfangen.

Aber Vorsicht: Hier solltest du NICHT mit Zitrone putzen

Dieser Abschnitt ist mir besonders wichtig. Nur weil etwas ein Hausmittel ist, bedeutet das nicht, dass man damit bedenkenlos jede Fläche einsprühen kann. Zitrone enthält Säure und Säure kann Materialien angreifen.

Keine Zitrone auf Marmor und empfindlichem Naturstein

Marmor, Kalkstein und andere säureempfindliche Natursteine können durch Zitronensäure beschädigt werden. Die Oberfläche kann stumpf werden oder sichtbare Flecken bekommen. Hier bitte einen geeigneten Reiniger verwenden.

Vorsicht bei empfindlichen Metallen

Auch bei bestimmten Metallen sollte Säure nicht lange einwirken. Im Zweifel immer die Herstellerhinweise beachten und zunächst an einer unauffälligen Stelle testen. Das ist weniger spektakulär als ein viraler Haushaltstrick, erspart einem aber möglicherweise eine neue Armatur.

Ganz wichtig: Säuren niemals mit Chlorreiniger mischen

Dieser Punkt gehört bei Putz-Hacks unbedingt dazu. Zitronensaft, Zitronensäure oder Essig sind säurehaltig. Sie dürfen nicht mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln vermischt werden, weil dabei gefährliche Gase entstehen können.

Deshalb gilt beim Putzmittel selber machen grundsätzlich:

Nicht wild verschiedene Reiniger miteinander kombinieren. Nur weil Produkt A putzt und Produkt B ebenfalls putzt, entsteht aus A + B nicht automatisch der Super-Putzmittel-Avenger. Manchmal entsteht schlicht etwas, das man auf keinen Fall haben möchte.

Muss eigentlich alles desinfiziert werden?

Ich glaube, beim Putzen haben wir manchmal den Anspruch, dass eine Oberfläche nachher praktisch operationssaalgeeignet sein muss. Dabei geht es im normalen Haushalt meist vor allem darum, Schmutz, Fett und Rückstände zu entfernen. Dafür braucht man nicht zwangsläufig für jede Aufgabe ein aggressives Produkt.

Warmes Wasser, Spülmittel, ein gutes Tuch und gezielt eingesetzte Hausmittel reichen für viele alltägliche Aufgaben vollkommen aus. Natürlich gibt es Situationen, in denen Desinfektion sinnvoll oder notwendig sein kann. Das ist aber etwas anderes als das normale Reinigen einer Küchenfront oder eines Waschbeckens.

Der wahrscheinlich wichtigste Putz-Hack: Einwirken lassen

Ich habe lange viel zu schnell geschrubbt. Reiniger drauf, Tuch drauf und los. Dabei kann es je nach Reiniger und Oberfläche deutlich sinnvoller sein, ein geeignetes Mittel erst einmal kurz wirken zu lassen. Gerade bei Kalk oder Fett kann das die Arbeit erheblich erleichtern. Statt also fünf Minuten mit aller Kraft zu schrubben, lasse ich einem geeigneten Reiniger lieber etwas Zeit. Das kommt mir sehr entgegen. Man könnte es Faulheit nennen.

Ich bevorzuge effizientes Haushaltsmanagement.

Noch ein Putz-Hack: Weniger Reiniger verwenden

Viel hilft viel? Beim Putzen nicht unbedingt. Besonders bei Spülmittel reicht oft eine sehr kleine Menge. Zu viel Reiniger kann sogar Rückstände hinterlassen, wodurch Flächen anschließend schmierig wirken. Dann putzt man noch einmal und plötzlich hat man doppelt so viel Arbeit. Genau das wollte ich eigentlich vermeiden.

Mein Zitronen-Trick für den Wasserkocher

Kalk im Wasserkocher gehört zu diesen Dingen, die man hervorragend verdrängen kann. Solange man nicht hineinschaut. Dann schaut man hinein und denkt: Oh, Zeit zu entkalken. Hier kann Zitronensäure hilfreich sein. Ich würde für eine gezielte Entkalkung allerdings eher reine Zitronensäure nach Herstellerangabe verwenden als einfach irgendwelche Zitronenscheiben mit zu kochen. Danach den Wasserkocher mehrfach gründlich mit klarem Wasser ausspülen und schon sieht die Sache wieder deutlich appetitlicher aus.

Was ich am Zitronenreiniger am meisten mag

Natürlich könnte ich jetzt behaupten, dass seitdem bei mir jeden Samstagmorgen mit fröhlicher Musik drei Stunden lang geputzt wird und anschließend sämtliche Armaturen funkeln. So romantisch ist mein Verhältnis zum Putzen aber nicht. Ich möchte einfach, dass es funktioniert und möglichst unkompliziert ist. Genau deshalb gefallen mir solche einfachen Haushaltsmittel. Wenn ich Zitronenreiniger selber machen kann, brauche ich für viele kleine Verschmutzungen nicht unbedingt noch eine zusätzliche Flasche im Putzschrank. Außerdem weiß ich ziemlich genau, was ich hineingegeben habe.

Wasser, Zitrone und je nach Variante Essig oder etwas Spülmittel. Fertig!

Putzmittel selber machen bedeutet für mich nicht: alles selber machen

Das möchte ich ebenfalls klar sagen. Ich finde selbst gemachte Reiniger praktisch. Aber ich habe nicht das Ziel, sämtliche Haushaltsprodukte aus meiner Wohnung zu verbannen und ab morgen Waschmittel aus Kastanien zu kochen, während irgendwo im Hintergrund meine selbst gezogene Kernseife trocknet. Es darf praktisch bleiben.

Für manche Aufgaben sind fertige Produkte sinnvoll. Für andere brauche ich sie einfach nicht. Und genau da kommen selbst gemachte Reiniger ins Spiel. Wenn Zitrone, Natron, Essig oder Spülmittel einen Job gut erledigen, verwende ich sie gerne. Wenn eine Oberfläche ein spezielles Pflegemittel benötigt, verwende ich eben das. Haushalt darf unkompliziert sein.

Die besten Reinigungswunder sind oft ziemlich unspektakulär

Das ist wahrscheinlich mein Fazit nach vielen ausprobierten Putz-Hacks. Die spektakulärsten Videos im Internet sind nicht automatisch die besten Haushaltstipps. Wenn Natron und Essig dreißig Zentimeter hoch schäumen, sieht das beeindruckend aus. Wenn ein kleiner Spritzer Spülmittel eine fettige Fläche sauber bekommt, sieht das dagegen ziemlich langweilig aus. Aber am Ende möchte ich keine Show. Ich möchte eine saubere Küche. Und genau deshalb gehören für mich inzwischen diese wenigen Klassiker in den Putzschrank beziehungsweise Küchenschrank:

  • Zitrone beziehungsweise Zitronensäure
  • Essig
  • Natron
  • Spülmittel
  • Salz

Damit lassen sich bereits erstaunlich viele alltägliche Verschmutzungen angehen.

Zitronenreiniger selber machen lohnt sich besonders, wenn …

… du ohnehin regelmäßig Zitronen verwendest. Die Schalen kannst du weiterverwenden, statt sie direkt zu entsorgen.

… du gerne einfache Hausmittel ausprobierst. Für einen simplen Reiniger brauchst du nur wenige Zutaten.

… du den typischen Geruch vieler Haushaltsreiniger nicht besonders magst. Zitrone riecht deutlich frischer.

… du nicht für jede einzelne Oberfläche eine neue Flasche kaufen möchtest. Ein einfacher Haushaltsreiniger kann für mehrere geeignete Bereiche verwendet werden.

… du Spaß an praktischen Putz-Hacks hast, die wirklich alltagstauglich sind.

Denn genau darum geht es mir am Ende. Nicht darum, aus Putzen ein neues Hobby zu machen. Das wird es bei mir vermutlich nicht mehr. Sondern darum, sich die Arbeit ein kleines bisschen leichter zu machen.

Fazit: Die Zitrone kann mehr als Limonade

Ich liebe Lebensmittel, die mehrere Aufgaben übernehmen können. Eine Zitrone kann in den Kuchen. Sie kann in meinen Eistee. Sie kann in eine Limonade. Und anschließend können sogar die Schalen noch im Haushalt verwendet werden. Viel besser geht Resteverwertung eigentlich kaum.

Natürlich ist ein selbst gemachter Zitronenreiniger kein Wundermittel für jede Oberfläche und jeden Fleck. Gerade bei empfindlichen Materialien sollte man vorsichtig sein und Säure niemals wahllos einsetzen. Für Kalk, unangenehme Gerüche und einige alltägliche Verschmutzungen kann die Zitrone aber ein erstaunlich hilfreicher kleiner Haushaltshelfer sein. Und genau deshalb gehört sie für mich definitiv zu den Reinigungswundern, die man einmal ausprobieren kann.

Wer Putzmittel selber machen möchte, muss dafür also weder besonders viel Zeit noch zwanzig verschiedene Zutaten haben. Manchmal braucht es nur eine Zitrone, etwas Wasser und den richtigen Trick. Und sollte die Zitrone beim Putzen doch nicht gebraucht werden? Dann kommt sie eben in ein Glas mit Eiswürfeln und Wasser. Schließlich soll bei all der Putzerei wenigstens einer von uns etwas Erfrischendes bekommen.